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Mathematik für Lernende, besonders für Lernende in der Schule, attraktiv zu machen, ist kein Problem, das etwa auf Deutschland beschränkt wäre. Überall in der Welt suchen Mathematiklehrende, die um die Bedeutung ihres Faches für den Gebrauch auf anderen Wissensgebieten und für die Allgemeinbildung wissen, nach Möglichkeiten, die Begeisterung fürs Erlernen der Mathematik zu steigern.

Hochschulmathematiker aus Australien kamen so auf die Idee, einmal im Jahr einen Wettbewerb anzubieten, an dem viele, möglichst alle Schülerinnen und Schüler teilnehmen sollten – und wollen. Dazu müssten die Aufgaben nicht zu schwer, aber sehr anregend sein, das Spektrum der Aufgaben so breit sein, dass jede und jeder etwas findet, was sich lösen lässt und dabei noch Spaß macht. Und man hat – bei diesem einen Wettbewerb – etwas weggelassen, das sonst im Mittelpunkt des Mathematiktreibens steht (oder doch stehen sollte), das Begründen. Herausgekommen ist ein Multiple-Choice-Wettbewerb, der seit 1978 in Australien stattfindet und an dem sich dort wenige Jahre später schon 80% der Schulen beteiligten; es wurden viele Länder aus der Südpazifikregion einbezogen.

Auf diesen australischen Wettbewerb, der dem Gedanken der Freude an der Beschäftigung mit Mathematik Gestalt gibt, trafen Anfang der 90er Jahre zwei französische Mathematiker und beschlossen, nachdem sie Organisationsform und insbesondere die Aufgaben studiert hatten, so etwas auch in Frankreich aufzubauen – und zu unserem Glück luden sie sehr bald auch andere Länder zur Teilnahme via Mitarbeit ein. Den Namen „Kangourou des Mathématiques“ („Känguru-Wettbewerb“) hat dieser Wettstreit zu Ehren der Erfinder aus Ausstralien erhalten, denn von ihnen kommt die erfolgreiche Idee für Form (Multiple Choice) und Inhalt, die Aufgaben also.

Im Sommer 1994 wurde der internationale Verein "Kangourou sans frontieres" mit Sitz in Paris gegründet, um die internationale Koordinierung, insbesondere die Vorbereitung der Aufgaben durch eine internationale Mathematikergruppe zu organisieren. Die Aufgaben sind in allen teilnehmenden Ländern im wesentlichen gleich, und werden überall am selben Tag bearbeitet. Im Reglement ist vereinbart, dass in jedem der Länder je Klassenstufengruppe bis zu fünf Aufgaben gegenüber den offiziell abgestimmten abgeändert bzw. ausgetauscht werden können, um der nationalen Spezifik der Lehrpläne Rechnung tragen zu können. Der Klausurtag jedoch ist einheitlich der 3. Donnerstag im März. Ein Vergleich der Ergebnisse zwischen den Ländern erfolgt nicht.

Die Zahl der teilnehmenden Länder ist im Laufe der Jahre gewachsen und liegt nun bei 46. Die folgende Tabelle gibt einen Eindruck von den Teilnehmerzahlen in den verschiedenen Ländern.

Internationale Teilnehmerzahlen 2009, 2008, 2007

(nach Teilnehmerzahl absteigend sortiert)

Land 2009 2008 2007
Russland 182944316357891310000
Deutschland 804165768000549000
Ukraine 385248305309232321
Frankreich 322000340000355000
Tschechien 304970309631297858
Polen 283453300000306700
Iran 17682500
Rumänien 164847166084259385
Österreich 162536155412133667
Venezuela 142381156132136530
Belarus 112002119767116472
Slowenien 983189697497074
Niederlande 800009500083000
Slowakei 777638449590712
Schweden 731207496254981
Litauen 682797223667289
Kasachstan 569517770066000
Italien 499874722334546
Ungarn 374902826426000
Pakistan 374193741932235
Moldau 336674121843749
Armenien 3057100
Kroatien 294113001427729
Belgien 2662600
Katalonien 242732235419852
Serbien 183331449915460
Finnland 17206210236972
Georgien 14728147287662
Bulgarien 145001300011200
Schweiz 14174961410138
Estland 120431308612112
Mazedonien 944700
Spanien (Castille-Leon) 934491858500
Paraguay 845185278361
Griechenland 782834500
Norwegen 7663881612062
Mexiko 7000860060000
Großbritannien 430651105720
Puerto Rico 364765742796
Brasilien 310300
USA 280021121400
Kirgistan 10999580
Zypern 109211040
Kanada 1092778770
Ecuador 10671562949
Mongolei 89200
Gesamtzahlen 557156051067094504202